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Glücklicher Hausbau und ein Jahr ohne Wasser

Das Jahr 2015 begann mit einem großen und lange ersehnten Schritt: das seit Jahren geplante Haus (offizielle eine Scheune) wurde aufgestellt!
Im Winter hatte ich im Wendland Markus Meier kennen gelernt, der mir anbot das Projekt zu übernehmen, bevor er dann seine Zimmerei erst mal hinter sich lassen, und für ein Jahr auf Reisen gehen würde. Da es ein Holzbau werden sollte konnte er es in seiner Halle in Lüchow im Wendland bauen, und dann in einigen Teilen auf einem riesigen Hänger nach Italien fahren.

Der große Steyr, ein ausgedientes Militärfahrzeug aus Österreich das Markus für seine Reise angeschafft hatte, erwies sich dafür als ausgesprochen hilfreich. Die Zufahrt zum Bauplatz ist seit 2 Jahren  immerhin mit Schotter befestigt, hat aber noch keinen festen Belag.
Besonders die letzte Steigung war selbst mit dem Allrad angetriebenen Steyr doch zu riskant, um mit dem gesamten Gewicht hinauf zu fahren.

So mussten wir die Hälfte des Materials zunächst etwa 1 km vor Pratolungo abladen, aber auch mit nur der halben Ladung schaffte es die große Zugmaschine nicht alleine den schweren Hänger mit den Bauteilen den Berg hoch zu bringen - auf halber Strecke drehten alle 4 Räder durch! Glücklicherweise war schon der große Merlo - Telestapler vor Ort, ich bekam eine kurze Einweisung und schleppte Markus bzw. den Steyr samt Hänger das letzte steile Stück rauf - ein riskantes Vergnügen!

Das Aufstellen ging dann unglaublich schnell, Markus manövrierte mit dem großen Telestapler virtuos Wände und Dachplatten an ihren Platz, und nach drei Tagen stand bereits das Haus. Das Dach deckten wir mit tatkräftiger Hilfe von Toni, Sabrina, Tim und einigen ihrer Helfer, dann ging es noch an Feinarbeiten wie Türen, Fenster, Verschraubungen etc. Am 27. Mai feierten wir ein schönes Richtfest und ich kochte den ersten Kaffee im künftigen Heim.
Den Sommer über verbrachte ich die heißesten Stunden des Tages manchmal am liebsten im schattigen Haus und war entzückt davon, dass es -dank guter Isolierung- tatsächlich der kühlste Ort auf dem ganzen Platz ist. In den kommenden Monaten und Jahren wird nun Stück für Stück weiter gebaut werden, zunächst braucht die Fassade noch eine Verkleidung, dann wird es einen schönen Holzfußboden geben, verglaste Tore und zu guter letzt eine große Holzterrasse.


Neben der Freude über den gelungenen Hausbau gab es 2015 eine ganz neue Herausforderung: die Quellen lieferten plötzlich kein Wasser mehr… Das erste mal seitdem ich diesen schönen Ort vor 15 Jahren für mich entdeckt hatte, waren bereits im Mai die Wassertanks fast leer und die Quellen tröpfelten nicht mal.
Das hieß dass ich eine neue Lösung für die Wasserversorgung finden musste, was in der Tat nicht einfach war…
Glücklicherweise hatte ich dabei viel Unterstützung, zunächst von Markus und später von Friedrich, der mich auf der Fahrt von Deutschland nach Italien begleitet hatte und noch zweimal im Sommer zu Besuch kam. Er half mir, alle vorhandenen Wasservorkommen zu nutzen, pumpte den alten Brunnen hinter der Küche leer, installierte einen neuen Tank und richtete alles so ein, dass ich mit einem Tank auf dem Einachsschlepper aus dem Dorf Wasser holen konnte. Später folgte dann ein zweiter Tank auf dem VW und so war ich stets beschäftigt, Wasser zu fahren.

Für das große Sonnentanz Camp mussten wir diesmal Wasser kaufen, es wurde mit Tanklastern angeliefert und wir verlegten etwa 300 m Leitung mit zwei Pumpen und Genaratoren, um das Wasser bis hoch in die Tanks zu pumpen.


Wunderbarerweise reichte das Wasser immer ganz genau für uns, die Helfer und die Gäste, nur der Garten lief dieses Jahr auf Sparflamme, da es wenig Sinn hatte ihn zu bepflanzen, in dem Wissen dass in den heißen Sommermonaten dann kein Wasser zum gießen da sein würde.

Der Sommer war dann auch mal wieder richtig heiß und trocken, was die Gäste natürlich großartig fanden.
Viele nette Helferinnen und Helfer waren wieder da, besonders erfreut war ich davon dass Aaron und Julika aus dem Wendland jeweils für ein paar Wochen tatkräftig geholfen haben.

Ab November ist nun wieder Winterpause, die ich diesmal in Nürnberg verbringe um in einer großen Notunterkunft für Flüchtlinge zu arbeiten.

Aufgrund bürokratischer Probleme beschloss ich, ab dem kommenden Jahr keine Verpflegung mehr anzubieten und dafür die Sommerküche für meine Gäste besser auszubauen. Es ist aufgrund der enormen bürokratischen Auflagen leider nicht möglich, jemanden für das Kochen einzustellen, und für mich selbst wird es zusammen mit all den anderen Arbeiten schlicht zu viel. Sehr gerne biete ich weiterhin auf Nachfrage gemeinsame Koch- oder Grillende an, und hoffe sehr dieses Jahr den geplanten Pizzaofen bauen zu können.

Im Januar 2016 kam ich für eine Woche nach Pratolungo, um gemeinsam mit Markus das Haus winterfest zu machen (Festverglasungen einbauen, Türen und Fenster abdichten) und dabei stellte ich fest, dass die Quellen wieder fließen und alle Tanks gut gefüllt sind! Somit freue ich mich auf die nächste Saison und darauf den Gemüsegarten üppig zu bepflanzen!

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